Razzia in Frankfurt und Köln deckt milliardenschweren illegalen Online-Casino-Betrieb auf
Ben Lang · Sep 13, 2026

Razzia in Frankfurt und Köln deckt milliardenschweren illegalen Online-Casino-Betrieb auf

Deutsche Behörden führten am 11. September Durchsuchungen an elf Objekten in der Region Frankfurt/Rhein-Main sowie in Köln durch und schlossen damit eine dreijährige Ermittlung gegen einen illegalen Online-Casino-Betrieb ab, der von fünf Verdächtigen zwischen Mitte 2021 und Ende 2023 betrieben wurde. Die Ermittler stellten fest, dass der Ring mehr als 5,8 Milliarden Euro an Wetten abgewickelt hatte, während gleichzeitig Luxusfahrzeuge beschlagnahmt, Bankkonten eingefroren und ein Vermögensarrest in Höhe von 82 Millionen Euro verhängt wurde.
Verlauf der Ermittlungen über drei Jahre
Die Ermittlungen begannen 2021 und konzentrierten sich auf den Betrieb einer nicht lizenzierten Online-Glücksspielplattform, die über mehrere Jahre hinweg aktiv blieb. Fünf Personen aus dem genannten Zeitraum standen im Fokus der Ermittler, die sowohl die technischen als auch die finanziellen Strukturen des Angebots analysierten. Am 11. September erfolgten die koordinierten Razzien an den elf Standorten, bei denen Beweismaterial gesichert und mindestens eine Festnahme vorgenommen wurde.
Die Behörden dokumentierten ein Wettvolumen von über 5,8 Milliarden Euro, das während des Betriebszeitraums verarbeitet worden war. Parallel dazu wurden Vermögenswerte sichergestellt, darunter mehrere Luxusfahrzeuge sowie eingefrorene Bankkonten. Ein gerichtlich angeordneter Vermögensarrest über 82 Millionen Euro ergänzte die Maßnahmen.
Steuerliche Vorwürfe und finanzielle Dimension
Die fünf Verdächtigen wurden wegen Steuerhinterziehung angeklagt, wobei die geschätzte Steuerschuld für das Jahr 2024 bei 77,6 Millionen Euro liegt. Die Ermittlungen ergaben, dass Einnahmen aus dem illegalen Betrieb nicht ordnungsgemäß versteuert worden waren. Die Behörden arbeiten weiter an der genauen Aufklärung der finanziellen Ströme und der damit verbundenen Steuerausfälle.
Die Aktion zeigt, wie lange Ermittlungsverfahren im Bereich des illegalen Online-Glücksspiels verlaufen können, bevor ein Abschluss mit Razzien und Vermögenssicherungen erreicht wird. Die beschlagnahmten Gegenstände und die eingefrorenen Konten bilden nun die Grundlage für weitere Verfahren.

Reaktion des Deutschen Sportwettenverbands
Der Deutsche Sportwettenverband (DSWV) reagierte auf die Ergebnisse der Razzia mit der Forderung nach einer Überprüfung offizieller Schätzungen zur Größe des Schwarzmarkts. Die Verbandsvertreter verweisen darauf, dass die aufgedeckten Wettvolumina deutlich höher ausfallen als bisherige Annahmen und dass eine Aktualisierung der Datengrundlage erforderlich sei. Die Zahlen aus dem vorliegenden Fall werden dabei als konkreter Anhaltspunkt für die Diskussion genannt.
Die Ermittlungsergebnisse fließen auch in die Bewertung des regulierten Marktes ein. Beobachter der Branche weisen darauf hin, dass derartige Fälle die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Anpassung von Kontrollmechanismen verdeutlichen. Die Verbindung zwischen den beschlagnahmten Vermögenswerten und den Steuervorwürfen wird dabei als zentrales Element der laufenden Verfahren betrachtet.
Weitere rechtliche Schritte und Auswirkungen
Neben der Festnahme und den Vermögensarresten laufen weitere Ermittlungen zu möglichen Beteiligten und Unterstützern des Netzwerks. Die Behörden prüfen, inwieweit technische Infrastrukturen und Zahlungswege über die bisherigen elf Objekte hinausreichten. Die vorliegenden Daten zum Wettvolumen von 5,8 Milliarden Euro dienen als Ausgangspunkt für die Berechnung weiterer Steuernachforderungen.
Die Aktion hat zugleich Auswirkungen auf die Bewertung des gesamten illegalen Glücksspielmarkts in Deutschland. Die vom DSWV geforderte Überprüfung der Schätzungen bezieht sich ausdrücklich auf die Diskrepanz zwischen den im konkreten Fall ermittelten Volumina und den bisherigen offiziellen Prognosen. Die GGL 2025 activity report liefert hierzu ergänzende Zahlen zum illegalen Marktanteil für 2024.
Zusammenfassung der Ereignisse
Die Razzia vom 11. September markiert den vorläufigen Abschluss einer dreijährigen Ermittlung, die mit der Sicherstellung von Luxusfahrzeugen, der Sperrung von Bankkonten und einem Vermögensarrest von 82 Millionen Euro endete. Die Anklage wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 77,6 Millionen Euro für 2024 steht dabei im Mittelpunkt der weiteren gerichtlichen Auseinandersetzung. Der Fall liefert zugleich neue Impulse für die Diskussion um die tatsächliche Größe des Schwarzmarkts, wie sie vom DSWV angestoßen wurde.